Autor: |Veröffentlicht am 13. Januar 2017|Aktualisiert am 06. April 2017

Häufige Fragen

  • Wer ist für eine Nierentransplantation geeignet?

    Grundsätzlich muss entsprechend dem Transplantationsgesetz jeder Patient, der ein dauerhaftes Nierenversagen hat, von seinem Dialysearzt auf die Möglichkeit einer Nierentransplantation hingewiesen und untersucht werden. Aktuelle und chronische Infektionen (z.B. Tuberkulose), ein nicht ausgeheiltes Tumorleiden sowie schlechter Allgemeinzustand des Patienten verbieten eine Nierentransplantation. Tumorerkrankungen in der Vorgeschichte sind jedoch kein grundsätzliches Ausschlusskriterium.

  • Müssen die Eigennieren vor einer Nierentransplantation entfernt werden?

    Im Allgemeinen verbleiben die Eigennieren im Körper. Sie müssen jedoch bei Verdacht auf Infektionen oder Tumorentwicklung entfernt werden, ebenso bei übermäßiger Eiweißausscheidung.

  • Wie läuft eine Nierentransplantation ab?

    In 11 Schritten haben wir Ihnen den Ablauf einer Nierentransplantation dargestellt. Sie finden diese Informationen unter dem Menüpunkt "Patienten-Info" oder direkt hier.

  • Wie komme ich auf die Warteliste?

    Der betreuende Dialysearzt ist gesetzlich verpflichtet, die Transplantationsfähigkeit zu überprüfen. Anhand von entsprechenden Untersuchungen (Herz-Kreislaufsystem, allgemeine OP-Fähigkeit, etc.) wird er eine Nierentransplantation empfehlen können oder davon abraten. Der transplantationsfähige dialysepflichtige Patient wird dann bei Transplantationswunsch in dem Transplantationszentrum (Klinik) vorgestellt, in dem die Nierentransplantation durchgeführt werden soll. Derzeit gibt es in Deutschland insgesamt ca 40 Nierentransplantationszentren, die je zur Hälfte unter urologischer bzw. chirurgischer Leitung stehen. Das Transplantationszentrum ist vom Patienten deutschlandweit frei wählbar, es empfiehlt sich jedoch, ein nahe am Wohnort liegendes Transplantationszentrum zu wählen. Das Zentrum meldet den Patienten bei Eurotransplant auf der Warteliste an. Ab jetzt sollte der Patient immer erreichbar sein (z.B. über Handy).

  • Besteht eine Altersgrenze für eine Nierentransplantation?

    Nein. Eine Altersgrenze besteht nicht, vielmehr sind der Allgemeinzustand und Vorerkrankungen entscheidend. Bei Eurotransplant wurde extra für ältere Empfänger ein Eurotransplant Senior Programm gestartet.

  • Gibt es eine Altersgrenze für die Organspende?

    Nein. Eine Altersgrenze existiert für die Nierenspende nicht, weder für die Lebendnierenspende noch für die Bereitschaft, nach dem Hirntod eine Niere zu spenden. Hier zählen vor allen Dingen biologische Faktoren. Nieren von über 80-jährigen Spendern können erfolgreich transplantiert werden und ermöglichen den Empfängern ein dialysefreies Leben.

  • Wie lange ist die Wartezeit und wie funktioniert die Vermittlung?

    Die Wartezeit auf eine Verstorbenenniere in Deutschland beträgt derzeit durchschnittlich sechs bis acht Jahre. Deutschland ist Mitglied bei Eurotransplant (ET), einem Verbund zusammen mit Österreich, Belgien, Holland, Luxemburg und Slowenien. Alle Nieren, die im Bereich von Eurotransplant von Verstorbenen gespendet werden, werden in der Hauptzentrale in Leiden/Holland gemeldet. Entsprechend einem Punktesystem, das sich nach Gewebeverträglichkeit, Wartezeit, Transportzeit und anderen Kriterien (z.B. Dringlichkeit der Transplantation) richtet, wird der optimale Empfänger ermittelt. Das jeweilige Transplantationszentrum erhält das Angebot für den bei ihm betreuten Spender und muss prüfen, ob der gewählte Empfänger zum Zeitpunkt des Organangebotes operabel ist (z.B. keine aktuellen Infekte oder andere Erkrankungen). Ist dies der Fall, wird der Patient zur Nierentransplantation einbestellt und die Niere an den Transplantationsort gebracht.

  • Was ist die DSO?

    Die DSO ist die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Ihr obliegt die bundesweite Koordinierung für die Organspende verstorbener Spender. Entnahme, Vermittlung und Übertragung unterliegen dabei den Regelungen des deutschen Transplantationsgesetzes und den Richtlinien der Bundesärztekammer.

  • Wie ist die gesetzliche Regelung für die Nierentransplantation in Deutschland?

    Zum 01.12.1997 trat das deutsche Transplantationsgesetz in Kraft. In ihm sind alle Rechtsfragen der Organspende verbindlich geregelt. Dies betrifft auch den Bereich der Nierentransplantation, und hier sowohl die Transplantation von Nieren verstorbener als auch von Nieren lebender Spender.

  • Wie werde ich Organspender?

    Wer einwilligt seine Organe nach dem Tode zu spenden, sollte dies gegenüber seinen Angehörigen klar äußern, damit diese im Falle des Todes im Sinne des Spenders einer Organspende zustimmen können. Zudem sollte der Wille auf einem Organspendeausweis dokumentiert sein (s. Startseite). Wichtig ist, dass auf dem Organspendeausweis auch bestimmt werden kann welche Organe im Todesfall entnommen werden sollen. Auch die Ablehnung einer Organspende nach dem Tode kann auf dem Organspendeausweis dokumentiert werden. Der Spenderausweis sollte bei den persönlichen Papieren mitgeführt werden.

  • Kann ich auch zu Lebzeiten ein Organ spenden?

    Grundsätzlich ja. Bei der Transplantation von Nieren lebender Spender sind die Funktionsraten deutlich besser im Vergleich zu Nieren Verstorbener. Sollte der Wunsch bestehen, einem Freund/einer Freundin, dem Partner/der Partnerin oder einem Angehörigen eine Niere zu spenden, sollte dies mit dem Dialysearzt des Empfängers besprochen werden. Es erfolgt dann zuerst eine Blutgruppen- und Gewebeverträglichkeitsprüfung. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Was ist besser? Transplantation oder Dialyse?

    In aller Regel ist die Nierentransplantation das beste Nierenersatzverfahren hinsichtlich der Lebensqualität und des Langzeitüberlebens. Dies ist unabhängig vom Alter, Geschlecht, von der Grunderkrankung für die Niereninsuffizienz oder von der Wartezeit an der Dialyse.

  • Wann passen Spender und Empfänger zusammen?

    Aktuell überwiegt die Nierentransplantation zwischen Spender und Empfänger in Analogie zur Bluttransfusion, zudem wird eine Gewebeverträglichkeitsprüfung vorgenommen. Allerdings wurden erste Konzepte entwickelt, um auch über die Blutgruppengrenzen hinweg eine Nierentransplantation durchführen zu können.

  • Werde ich im Krankenhaus schlechter behandelt wenn ich einen Organspendeausweis habe?

    Nein. Erst wenn alles medizinisch Mögliche für einen schwerkranken Patienten getan wurde und er trotzdem verstirbt, darf dieser Patient als möglicher Organspender in Betracht gezogen werden.

  • Wie lange kann eine transplantierte Niere funktionieren?

    Es gibt Nierentransplantatempfänger, die seit mehr als 30 Jahren mit einer transplantierten Niere problemlos leben. Normalerweise funktionieren die Nieren verstorbener Spender nach zehn Jahren noch in 60-70%, die Nieren lebender Spender zu einem deutlich höheren Anteil. Die individuelle Konstellation von Spender und Empfänger ist wichtig für die Langzeitfunktion einer transplantierten Niere, ebenso aber auch andere Faktoren, wie z.B. Abstoßungsreaktionen und Grunderkrankungen des Empfängers.